Gute Schulden – schlechte Schulden
Man hört gemeinhin fast nichts von einer Unterscheidung in gute undschlechte Schulden. Darum möchte ich Ihnen ein paar kleine Denkanstöße mitgeben:
Für die Banken sind alle Schulden gut, ermöglichen sie ihnen doch in der Hauptsache solch glänzende Gewinne. Allenfalls die 3-4 Prozent Kredite, die
nicht zu Ende bezahlt werden, sind schlecht. So ähnlich sollte es auch der Verbraucher sehen: Er sollte sich nur Geld leihen, wenn sich damit ein Gewinn erzielen lässt. Dann sind Schulden „gut“.
Daraus folgt, dass sie „schlecht“ sind, wenn sich ein Wertverlust einstellt.
Beispiel:
Sie kaufen sich stolz ein neues Auto.
Doch vom ersten Tag an wird die gekaufte Sache weniger wert. Sie müssen aber den vollen Preis zurückzahlen, plus Zinsen. Sie haben nichts gewonnen. An dem Tag, an welchem Sie die letzte Rate zahlen, hat das Fahrzeug nur noch einen Bruchteil seines ursprünglichen Wertes. Und so ist es mit allen Konsumentenkrediten. Schlechte Schulden aus meiner Sicht!
Kaufen Sie sich aber günstig ein Grundstück oder ein Haus, hat die Immobilie am Tag der letzten Rate in der Regel nicht nur immer noch den damaligen Wert, sondern ist meistens sogar noch wertvoller. Gute Schulden aus meiner Sicht!
Schulden sind also dann nicht zwangsläufig negativ zu bewerten, wenn sie langfristig Ihre Vermögensbilanz erhöhen. In diesem Sinne kann man auch
Ausbildungsschulden betrachten. Durch eine qualifiziertere Ausbildung erhöhen Sie Ihre Einkommenschancen (oder die Ihrer Kinder) dauerhaft und nachhaltig. Da ist die Bafög-Rückzahlung das kleinere Übel. Man könnte noch viele Beispiele hier anbringen, was ich mir aber erspare, da das Prinzip klar sein dürfte.
Und was ist mit Darlehen, die einem geschäftlichen Zweck dienen, einer Unternehmensgründung, einer Geschäftseröffnung und so weiter?
Das ist ein Kapitel für sich, denn im Wirtschaftsleben spielen Kredite eine ganz andere Rolle als im Privathaushalt. Es geht quasi nicht ohne. Dazu kommen noch steuerliche und viele andere Aspekte – kurz, die Erörterung würde hier zu weit führen.
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